Theophanu Urkunde

Die Heiratsurkunde von Otto II. und der byzantinischen Prinzessin Theophanu – Die schönste ottonische Urkunde

Die farbige Rolle, aus drei Pergamentstücken zusammengesetzt, misst eindrucksvolle 144,5 cm in der Länge und ca. 39,5 cm in der Breite. In kostbarer Goldschrift steht der Text auf kunstvoll ornamentiertem Grund, auf feierlichem Indigo und über purpurroten Medaillons, umrahmt von einer fein verzierten Goldleiste. Abendländische vereinigt sich hier mit byzantinischer Kunst, westliche mit östlicher Hoftradition zu einem ebenso prachtvollen wie geschichtsträchtigen Meisterwerk.

Art.-Nr.: 41026 Kategorien: , ,

Ein Dokument erfolgreicher west-östlicher Beziehungen

Am 14. April 972 wurden Otto II., Kaisersohn und Mitkaiser Ottos des Großen, und die byzantinische Prinzessin Theophanu, Nichte des Ostkaisers Johannes I. Tzimiskes, in Rom durch Papst Johannes XIII. vermählt. Byzantinisches und abendländisches Kaisertum gingen damit eine enge Beziehung ein – der westliche Herrscher erhielt die Bestätigung und Anerkennung seines Kaisertums durch den Kaiser des byzantinischen Reiches. Die politische Heirat auf höchster Ebene bot darüber hinaus eine Garantie für die Einhaltung von Staatsverträgen und die Möglichkeit intensiven Austausches auf kulturellem Gebiet.

Ein Kunstwerk mit tiefer Symbolik

Immer wieder sind Beispiele frühmittelalterlicher Zahlensymbolik zu finden: So spielt die Zahl drei beispielsweise bei der Farbgebung eine große Rolle: Rot, Blau und Gold im Textteil, Gold, Pergamentweiß und Blau in den Rahmen. Vor allem aber ging es dem geistigen Urheber der Urkunde darum, Polaritäten wie Byzanz und Abendland, Frau und Mann, geistige und irdische Welt in ihrer naturgegebenen Spannung darzubieten und gleichzeitig das Ideal der Harmonie in ihrem sinn-vollen Zusammenwirken zu beleuchten.

Das Reichsstift Gandersheim

Dass diese faszinierende Urkunde heute, nach mehr als 1000 Jahren, noch fast im Originalzustand erhalten ist, verdanken wir vor allem dem Reichsstift Gandersheim, in dessen Archiv sie rund 800 Jahre sorgfältig aufbewahrt wurde. Kaiserin Theophanu war dem Reichsstift in vielfältiger Weise verbunden: Sie gebar dort ihre Tochter Mathilde und ihre Tochter Sophia wuchs dort heran. Die damalige Äbtissin war eine Nichte Kaiser Ottos I., über ihn schrieb die im Stift lebende Roswitha von Gandersheim glorifizierende historische Gedichte.

Gewicht 3 kg

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